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Die Gründung

Am 27. November 1919 wurde die DGM als „Deutsche Gesellschaft für Metallkunde“ in Berlin ins Leben gerufen. 70 Jahre später erhielt sie ihren heutigen Namen. Die Zielvorgabe der Gründerväter jedoch blieb erhalten: Die Erforschung der Materialien zu fördern und als Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis zu wirken.

Die gesamte Werkstoffkunde

Die 1933 einsetzende politische Verfolgung betraf auch DGM-Mitglieder. Dem stand anhaltender Forschungsboom gegenüber, der auf die „Verwendung heimischer Werkstoffe“ zielte. Ausgehend vom Kaiser-Wilhelm-Institut für Metallforschung in Stuttgart konnte die DGM Anfang 1947 ihre Arbeit unter dem Vorsitz von Georg Masing wieder aufnehmen.  Ab Ende der 1960er Jahre erweiterte sich die Arbeit der Metallforscher auch auf die nichtmetallischen Werkstoffe. Die Hochschulen begannen, Lehrstühle für Werkstoffwissenschaften zu errichten. Diesem grundlegenden Wandel trug die DGM Rechnung, indem sie sich 1989 in „Deutsche Gesellschaft für Materialkunde e. V.“ umbenannte.

Ein epochaler Wandel 

Lange herrschte in der Industrie reines Erfahrungswissen vor. Ein epochaler Wandel bahnte sich an, als die Erkenntnisse der aufblühenden Materialprüfung, Metallographie, Physik und Chemie zur Anwendung gelangten. 

Schon unter ihrem 1. Vorsitzenden Emil Heyn verfolgte die DGM ein zentrales Ziel: alle an der Erforschung der Metalle und ihrer Verarbeitung interessierten Forscher, Institute und Firmen zusammenzuführen und den Dialog zwischen Forschung und Anwendung zu fördern. Trotz der großen Notlage nach dem Ersten Weltkrieg entwickelte sich die DGM schnell zu dem für die Nichteisen-Metalle maßgeblichen Forum des Erfahrungsaustauschs.

Initiative ergreifen

Neue Perspektiven der Gemeinschaftsarbeit ergaben sich für die DGM durch das zusammenwachsende Europa. Eine engere Kooperation mit anderen europäischen Verbänden war geboten. Die DGM ergriff die Initiative und gründete 1987 gemeinsam mit dem „Institute of Materials“ in London und der „Société Française de Métallurgie“ in Paris „The Federation of European Materials Societies“
(FEMS).

MatWerk als Schlüsselrolle

1990 stellte die Wiedervereinigung unseres Landes die DGM vor zusätzliche Aufgaben: Es galt, die mit dem Bau der Mauer ab 1961 gewachsene Entfremdung zu den Fachkollegen der DDR rückgängig zu machen und ihre fachliche Kompetenz schnellstens wieder voll in die Aktivitäten der DGM zu integrieren. Das ist eindrucksvoll gelungen. 

Heute kommt der Materialentwicklung in den meisten Zukunftsfeldern eine Schlüsselrolle zu: namentlich Kommunikation, Mobilität, Sicherheit, Gesundheit und Umwelt. Für spezielle Anwendungen sensibilisierte Materialien werden gezielt „gezüchtet“, die Nanowelt der Materie wird entschlüsselt und die Forschungsergebnisse werden für Innovationen fruchtbar gemacht. Auch die Digitalisierung nimmt in der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik (MatWerk) eine immer größere Rolle ein.

In diesem Rahmen hat sich die DGM in Berufung auf ihre 100-jährige Tradition als Zukunftsmotor für das gesamte Fachgebiet fest etabliert. Zentrale Aufgabe der DGM ist es, die Aktivitäten in den maßgeblichen Teilgebieten der Materialkunde kraftvoll zu unterstützen und den Dialog zwischen Materialwissenschaft und Werkstofftechnik sowie Wissenschaft und Industrie zu intensivieren.

Werkstoffe = Innovation & Wohlstand

Das schnelle Wachstum der interdisziplinären MatWerk-Welt, verbunden mit der steigenden Beteiligung an fach- und bildungspolitischen Aktivitäten sowie an nationalen und internationalen Kooperationen war – und ist – eine massive Herausforderung für die DGM. Sie muss den im schnellen Takt ablaufenden Veränderungen gerecht werden, diese mit dem Bestehenden koordinieren und das Gebiet MatWerk zukunftssicher weiterentwickeln. Heute will die DGM die Kräfte von Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik im Sinne der MatWerk-Zunft noch stärker bündeln und die daraus erwachsenden Synergien für höhere Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltigen Wohlstand nutzen. Des Weiteren soll die Zusammenarbeit von Forschung und Praxis sowie nationalen wie internationalen Partnern stetig ausgebaut und neue Kooperationen befördert werden. Dank eines bewundernswerten ehrenamtlichen Engagements der Mitglieder und einer professionell besetzten Geschäftsstelle ist dies nach 100 Jahren gut gelungen.