Vorwort

Liebe Mitglieder und Freunde der DGM, 

am 27. November 1919 fand sich eine Gruppe angesehener, weitsichtiger und verantwortungsbewusster Männer aus der Metallindustrie und –forschung in Berlin zusammen, um nach intensiver Diskussion eine „Deutsche Gesellschaft für Metallkunde“ ins Leben zu rufen. Auf dieses Ereignis und die darauf aufbauende 100-jährige Geschichte unserer Gesellschaft blicken wir mit großem Respekt und Dankbarkeit zurück.

Seit ihrer Gründung hat sich die DGM bis heute in den verschiedensten Richtungen sehr gut weiterentwickelt. Sie hat die ein oder andere – nicht nur finanzielle – Krise heil überstanden. Und sie ist aus dunklen Zeiten 1947 wie Phönix aus der Asche auferstanden, um sich in der Nachkriegszeit und im wiedervereinigten Deutschland zu jener starken, selbstbewussten und weithin sichtbaren Interessensvertretung ihrer Mitglieder zu entwickeln, die sie heute ist. 

Zwischen 1919 und 2019 ist die DGM reifer – und größer – geworden. Eines aber ist sie trotzdem geblieben: eine große Familie. Auch die Zielvorgabe der Gründerväter blieb dabei immer erhalten: Die Erforschung von Aufbau und Eigenschaften der Materie und die Nutzung der gewonnenen Einsichten für das Zusammenwirken zwischen Forschung und Praxis. Ihr Ziel, alle an der Erforschung der Metalle und ihrer Verarbeitung interessierten Forscher, Institute und Firmen in Deutschland zusammenzuführen, ein Netzwerk zwischen Experten aufzubauen und den Dialog zwischen Forschung und Anwendung zu fördern, hat unsere Gesellschaft dabei immer erfüllt. 

Heute sind es keineswegs nur mehr die „arrivierten Männer“, die unser Fachgebiet und damit auch die DGM vorantreiben: Der Anteil der Frauen steigt kontinuierlich und auch der Nachwuchs gewinnt zunehmend an Bedeutung. Zudem wurden neben den metallischen Werkstoffen zunehmend andere Materialgruppen und resultierende Materialverbunde mit ungewöhnlichen Eigenschaftsprofilen interessant. Der Ausweitung ihrer Arbeit auf die Gesamtheit aller Materialklassen hat unsere Gesellschaft 1989 mit einem Namenswechsel entsprochen: Aus „Metallkunde“ wurde „Materialkunde“; DGM blieb DGM. Bei alledem galt es, eine ebenso spannungs- wie segensreiche Balance zwischen Forschung und Anwendung zu sichern: also jene „Brücke zwischen Wissenschaft und Industrie“ zu sein, die sich die Visionäre von 1919 für ihre Gesellschaft erträumten.

Die DGM ist reifer geworden – und ist vital, modern und zukunftsorientiert geblieben. Derart gut vorbereitet und aufgestellt, sieht sie den großen Herausforderungen der technischen Entwicklungen – Stichwort „Digitalisierung“ – inzwischen getrost entgegen. Dieser in die Zukunft weisende Prozess soll unsere Gesellschaft in ihr nächstes Jahrhundert führen. Und diese Zukunft hat längst begonnen.

Es gibt Grund zu feiern – und dann wieder mit voller Kraft durchzustarten. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine spannende und aufschlussreiche Lektüre.

Mit besten Grüßen
Ihre

Prof. Dr. rer. nat. Dr.-Ing. e.h. mult. Günter Petzow, DGM-Ehrenpräsident

Prof. Dr.-Ing. Frank Mücklich & Dr. Oliver Schauerte, DGM-Präsidenten

Dr.-Ing. Frank O.R. Fischer, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied DGM